Essay: Urban scape

Posted on Juni 10, 2006 in / Serial IFIT / Serial Publications

„Urban scape: Lebenslinien und Architektur. Arbeiten in der sich wandelnden Stadt“, in: Garten+Landschaft, Zeitschrift für Landschaftsarchitektur, Februar 2006.

Ausschnitt aus dem Essay:

Urban-scape: Lebenslinien und Architektur

Planen bedeutet heute, aus der Situation heraus zu agieren.
Architekten greifen aktiv in die Stadtentwicklung ein, indem sie ungenutzte Orte bespielen.
So weisen sie auf Möglichkeiten hin, künftig mit den sich ständig wandelnden
Bedingungen umzugehen.

Christopher Dell

Ausgangspunkt ist die These, dass sich die Lebensweisen der Architekten in den vergangenen Jahren dramatisch verändert haben: die Komplexität des Sich-Selbst-Positionierens auf einem immer unübersichtlicher werd enden Markt nimmt zu. Die Teilnahme an Wettbewerben ist zum Lotto geworden, die öffentliche Hand hat immer weniger Aufträge zu vergeben und 98 Prozent der Einfamilienhäuser werden nicht mehr von Architekten gebaut. Gleichzeitig ändert sich aber auch die Weise des Lebens für den Architekten als Mitglied der Gesellschaft: Wir bewegen uns heute in einem Gesellschaftstypus, der, unter der Bewegung weg von Traditionen, sich seine Grundlagen selbst zu schaffen sucht. Gestaltung von Gegenwart fällt dann immer mehr der kritischen Selbstreflexion des Einzelnen zu. Jeder muss sie für sich selbst erfüllen. Das hat zur Folge, dass sich Arbeit und Leben in einer neuen Intensität durchdringen, Biographien verlaufen nicht mehr linear, sondern mäandern. Dies trifft nicht nur auf Architekten, sondern auch auf Landschaftsarchitekten zu.