Essay: Subjekte der Wiederverwertung (Remix)
„Subjekte der Wiederverwertung (Remix)”, in: Bormann/Brandstetter/Matzke (Hrsg.), Improvisieren, transcript Verlag, Bielefeld.

Ausschnitt aus dem Essay:
Subjekte der Wiederverwertung (Remix)
Christopher Dell
Vom Genießen war die Rede, und auch ich möchte zuallererst sagen, wie sehr ich es genieße, dass sich eine ganze Tagung mit Improvisation beschäftigt. Allerdings haben Sie mit Ihren durchweg komponierten Beiträgen bereits eine maximale Kontingenz dessen geschaffen, was Improvisation sein könnte, und mich in eine völlige Unordnung gestürzt darüber, wie ich jetzt improvisieren soll.
Ich theoretisiere ja nicht für mich allein am Schreibtisch, sondern bin für Sie da. Und weil ich wirklich für Sie da sein will, heißt das: Ich improvisiere. Ich gucke also nicht nach unten. Oder – vielleicht gucke ich doch ab und zu nach unten, denn ich habe ein paar Rohmaterialien dabei. Das könnte sogar eine erste Kennzeichnung von Improvisation sein: dass man Rohmaterialien dabei hat. Die können vorgefertigt sein, die können von jemand anderem sein, die können von einem selbst sein. Man weiß nie, ob man sie benutzt.