Lecture Performance Stadtteilen.

Posted on Jan 19, 2022 in / Serial Events / Serial IFIT / Serial Publications

Vom gemeinen Gut als Tätigkeit und Verräumlichung

als Teil der Diskursreihe commons an der Staatlichen Hochschule

für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart

 

Die soziale Topologie der Stadt berührt stets die Frage nach der Teilhabe an räumlichen Strukturen. Innerhalb dessen artikuliert sich die Thematik, wie räumliche Ressourcen durch eine Gemeinschaft verwendet werden. Es ist bekannt, dass die seit den 1970er Jahren betriebenen Politik der Privatisierung und Individualisierung von Stadtraum zu einer zunehmenden Vernachlässigung des gemeinen Guts durch die öffentliche Hand geführt hat. Indes, die Ideologie es gebe keine Gesellschaft, die Menschen könnten sehr gut ohne Gemeingut auskommen, es gebe keine Klassen und die Welt sei ohne Konflikte scheint sich erschöpft zu haben. Die aktuelle Wohnungskrise ist eine raumpolitische Krise, die die Gesellschaft an ihr Limit gebracht hat. Entwertung von Arbeit, Zersiedelung des Territoriums und Verdrängung der unteren und mittleren Schichten aus den Stadtzentren in die periurbanen Peripherien lassen die Verstädterung das Land in unterschiedlichen Dichtegraden und Fluchtbewegungen überziehen. Der in der Stadttheorie noch stets (selbst von Rem Koolhaas) bemühte Gegensatz von Stadt und Land ist längst erodiert. Die Territorien, die von den urbanen Zentren ausgeschlossen sind, kleine und mittlere Städte, entdichtete rurbane Räume, liefern jene Orte an denen die Zersetzung der Mittelklasse statthat. Weder urban noch rural, machen sie die Folgen der raumpolitischen Ökonomie des freien Marktes sichtbar. Vor diesem Hintergrund nimmt der Vortrag die aktuell oft unter der Rubrik commons verhandelte Frage des gemeinen Gutes auf. Insofern es sich um eine historisch orientierte Bestimmung handelt, versuche ich vor allem die praxeologische Verfasstheit des gemeinen Gutes und dessen Relationalität in den Blick zu nehmen. Das soll die gegenwärtige Gemeinwohl-Debatte um eine raumtheoretische Dimension ergänzen.

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