Übersicht der Werkgruppe:

Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert. The Book

2020, spectorbooks, Leipzig

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Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert Revision VIII

17 Oktober 2019, Galeria Fünfzigzwanzig, Salzburg

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Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert Revision VI-VII

18-19 Juni 2018, Emil Berliner Studios, Berlin

mailorder physical CD and Booklet: info@niehler-werft.de

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Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert Revision IV-V

17-17 Juni 2018, ANCB Metropolitan Laboratory, Berlin

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Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert Revision III

23 Oktober 2014, Theatro Garibaldi, Palermo

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Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert Revision II

22 Oktober 2014, Theatro Garibaldi, Palermo

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Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert Revision I

24 Juli 2014, Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien, Berlin

mailorder physical CD and Booklet: info@niehler-werft.de

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Im Fokus der konzeptionellen Arbeit meiner Werkgruppe „Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert“ (AK) steht einerseits die Weiterentwicklung einer spezifischen, sich zwischen neuer Musik und Improvisation ansiedelnden Klangsprache, andererseits die Thematisierung von Aufführungspraxen und ihren jeweils spezifischen Verräumlichungen.

 

Letzterer Aspekt, die Verräumlichung von Musikhandeln, ist, auch im Hinblick auf die Folgen der Pandemie für den Konzertbetrieb, von besonderer, aktueller Bedeutsamkeit. Als Ausgangsmaterial dient mir hier meine Buchveröffentlichung „Das Arbeitende Konzert/ The Working Concert“, die im Juni 2020 beim Verlag spector books Leipzig erschienen ist. Wo dieses Buch Musik- und Raumnotation verbindet, so untersucht es die Verbindungslinien zwischen musikalischem und Raumhandeln sowie zwischen dem Konzert und seiner räumlichen Situiertheit. Begründet ist diese Untersuchung in der interventionistischen Aufführungspraxis von AK, die als performative Installation jede Aufführung zur Laborsituation macht. Wie hier Konzert, Aufbau und Probe ineinanderlaufen, so entsteht ein multimaßstäbliches Dispositiv des Zeigens, das die musikalische Praxis auf neue Weise sicht-, verhandel- und diskursivierbar macht.

 

Der erste Aspekt – die Weiterentwicklung einer spezifischen Klangsprache – ist langfristig angelegt. Im Jahr 2019 konnte ich anlässlich eines Atelierstipendiums der Fondation Bartels in Basel Recherchen in den Archiven der Paul Sacher Fondation vornehmen. Entstanden sind Notizenkonvolute zu pre-score Material von Earle Brown, Roman Haubenstock-Ramati, Pierre Boulez, Luciano Berio und Bruno Maderna. Im Hinblick dessen besteht ein Teil der Weiterarbeit an AK Zeit in die Aufarbeitung des Notizenmaterials zu investieren, um auf diesem Weg den nächsten Schritt in der konzeptionellen und praktischen Konturierung der Werkgruppe vorzunehmen.

 

Was ich in künstlerisch-forschender Hinsicht anstrebe ist die Medialisierung von Musik in räumlichen und zeitlichen Kontexten. Davon ausgehend ist AK– wie die meisten meiner Werkgruppen – als Serie konzipiert, in denen musikalische Abläufe und Strategien über bestimmte festgelegte Zeitspannen und in bestimmten zeitlichen Intervallen portraitiert werden. Diese Methode der kumulativen Serie ermöglicht es mir, auch in zeitlicher Hinsicht multimaßstäblich zu arbeiten. Relevant ist dabei – wie etwa die erzwungene Pause der Pandemie aufs eindrücklichste belegt hat – nicht nur was die Aufführungen oder deren Aufnahmen zeigen, sondern auch das, was sich in den zeitlichen Schnitten und Sprüngen dazwischen, d.h. in den zeitlichen Schnitten und Sprüngen zwischen den Aufführungen artikuliert.

 

Innerhalb des Verfahrens von AK geht es nicht nur darum. einschneidende Veränderungen, die sich über längere Zeit ergeben, sondern auch feinste Bewegungen von einem Moment zum nächsten sichtbar zu machen. Ein wesentlicher Aspekt dessen ist die Serialität. Bisher wurden 8 Revisionen des Formats aufgeführt. Während ich jede Aufführung im Hinblick auf die jeweilige räumliche Situation konzeptionalisiert habe, ergibt sich die Essenz des künstlerischen Verfahrens aus der Reihe. Somit steht AK für eine grundlegende Skepsis gegenüber dem Anspruch, mit einzelnen Konzerten die Spezifik eines musikalischen Verfahrens adäquat darstellen zu können. Für mich offenbart sich die musikalische Struktur weder in einer idealisierten Inszenierung des Konzerts noch in der Besonderheit eines bestimmten Moments. Was ich dagegen will, ist, das Werden der Musik zu dokumentieren, seine wechselnden Perspektiven auf sich selbst und seine sich verändernde Form zu zeigen.

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